Die Beziehung retten oder beenden? Dies fragen sich, gerade in der jetzigen Zeit, viele Menschen.

Warum gerade jetzt?

Durch Corona verbringen viele Paare wesentlich mehr Zeit miteinander. Home Office und Arbeitswechselmodelle sind oft der Grund dafür. Allerdings solltest du nicht nur Corona die Schuld dafür geben, wenn deine Beziehung plötzlich nicht mehr funktioniert. Diese Pandemie zeigt lediglich, wie sattelfest eure Beziehung wirklich ist. Oder eben leider auch nicht.

Was läuft schief?   5 mögliche Gründe

Existenzieller Druck:

Durch Corona wackeln viele – bisher sichere – Jobs. Existenzängste tun sich auf. Dies ist ein essentielles Problem und kann jeden noch so ruhigen Menschen innerlich extrem aufwühlen.

Angst vor Ansteckung:

Aluhut-Träger hin, Virus-Leugner her: es gibt viele Menschen, die enorme Angst vor einer Ansteckung und ihren Folgen haben. Auch das lässt den Stresslevel massiv nach oben steigen.

Vermischung der Lebenssituation:

Wer bisher sein Zuhause als Ruheort empfunden hat tut sich gern schwer, nun die gleiche Motivation wie auf dem Arbeitsplatz zu entwickeln. Job und Wohlfühloase vermischen sich zu einer Einheit. Das kann sich emotional für manche Menschen sehr belastend auswirken. Es ist keine Abgrenzung zwischen Job und Freizeit mehr erkennbar.

Macken:

Ich nenne sie gerne Special Effects (= Spezialeffekte) des anderen können nicht mehr so leicht toleriert werden. Wenn du sonst viele Stunden auf der Arbeit bzw. unterwegs verbracht hast, konntest du die Special Effects deines Partners einfach ausblenden. Für die kurze Zeit am Abend oder am entspannten Wochenende, waren sie für dich gut zu verdrängen.

Macken, die dich total nerven, können z. B. sein:

  • Klamotten (bevorzugt Socken), die überall herum liegen
  • Mit offenem Mund kauen
  • Das Bett ständig vollkrümeln, weil man sich dort nun öfter aufhält
  • Den ganzen Tag in Lümmelklamotten herum laufen
  • Permanente Beschallung durch TV oder Radio

… die Liste ist endlos

Was, wenn ihr 2 ganz unterschiedliche Menschen-Typen seid?

Da gibt es den Beziehungsmenschen:

Diese Person räumt sofort die Hälfte des Kleiderschranks und die Hälfte des Badezimmerschranks frei, sobald sich eine Beziehung anbahnt. Sie denkt stets in der WIR-Form. Sie teilt gerne und ist sehr kompromissbereit. In einer Partnerschaft oder Familie blüht sie regelrecht auf. Dies bedeutet jedoch im Umkehrschluss nicht, dass sie als Single ein schlechtes Leben führt.

Und dann gibt es noch den Individualisten:

Das ist der klassische ICH-Denker. Mit getrennten Bankkonten; der viel Zeit für sich selbst benötigt. Diese Menschen brauchen einfach mehr Freiraum. Sie möchten sich selbst verwirklichen und achten häufig stärker auf ihre Karriere und ihre gesellschaftliche Stellung. Sie können durchaus eine Beziehung führen, kommen aber auch sehr gut alleine zurecht.

Solange ihr euch beide tagsüber in euren Jobs befindet, lässt sich das recht gut aushalten miteinander. Wenn ihr jedoch längere Zeit aufeinander hängt, gewinnen die persönlichen Bedürfnisse stark an Bedeutung. Der Individualist fühlt sich schnell eingeengt. Der Beziehungsmensch unverstanden/abgewiesen.

Jetzt sind eure Gefühle füreinander gefragt, denn diese werden auf die Probe gestellt. Ein harmonisches Miteinander geht nicht ohne ein WIR. Nichts destotrotz sollte auch das ICH in einer Beziehung nicht zu kurz kommen. Sonst läufst du Gefahr, deine Bedürfnisse zu unterdrücken und dich zu sehr zu verbiegen. Ein gesundes Mittelmaß ist hier ideal. Und das schafft Ihr vor allem mit meinem Zauberwort: Kommunikation.

Auch ohne Corona laufen viele Beziehungen am Limit.

Alarmsignale für eine unharmonische/unglückliche Beziehung gibt es so viele wie Sand am Meer.

Hier einige häufigere Beispiele:

Kein Sex mehr

Fehlt körperliche Nähe, basiert dies oft auf emotionaler Entfremdung. Sexfrust ist Statistiken zufolge einer der wichtigsten Trennungsgründe.

Negative Vergleiche

Die anderen sind netter, schöner, toller, besser…….

Häufiger Streit

Jeder versucht, sich mit bisherigen (nicht bewährten) Mustern durchzusetzen.

Ganz übel ist: gar kein Streit mehr. Hier steht die Ampel deutlich auf Rot zwischen euch. Denn wer nicht mehr miteinander sprechen kann oder will, hat sich nichts mehr zu sagen. Wozu dann noch zusammen bleiben?

Wiederholtes fremd gehen

Ein einmaliger Ausrutscher kann (sollte nicht) passieren. Spätestens beim 2. Mal ist jedoch deutlich, dass sich der Partner offenbar an anderer Stelle etwas holt, was er in der eigenen Beziehung nicht (mehr) bekommt.

  • Zu selten oder gar kein Sex
  • Fehlende Anziehung
  • Mangelnde Wertschätzung
  • Mehr Frust statt Lust

Warum trennen sich viele unglückliche Paare nicht?

Finanzielle und wirtschaftliche Abhängigkeit voneinander, die man für nicht lösbar hält (Kinder, Haus).

Daraus resultieren meist Verlust- und Existenzängste.

Sich einzugestehen, dass man seine einst große Liebe nicht aufrecht erhalten konnte. Denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die Angst vor dem Unbekannten. Ich finde es immer wieder erstaunlich, dass Menschen lieber in einer unglücklichen Beziehung bleiben: da wissen sie, woran sie sind. Sie haben schlichtweg Angst vor dem Neuen, dem Unbekannten, was danach kommen kann. Und ich kann diese Menschen verstehen: Mir ging es früher nicht anders.


Weitere Faktoren, die zu einer Entfremdung geführt haben können:

Stress im Job und der Mangel an Möglichkeiten, diesen abzubauen wird oft mit ins private Umfeld genommen

Ärger mit dem Chef, mit Kollegen oder Kunden kann frustrieren. Besonders dann, wenn dieser schon länger anhält.

Ein Vorgesetzter sagte früher mal zu einer Kollegin von mir: Wenn Sie zur Arbeit kommen, hängen Sie Ihre privaten Probleme am Eingang an den Haken. Wenn Sie heim gehen, können Sie sie wieder mitnehmen.

Ha Ha, als wenn das so einfach wäre. Dies funktioniert weder in die eine, noch in die andere Richtung auf Dauer gut.

Verwandtschaft und/oder Freundeskreis, die den Partner nicht anerkennen wollen

Ziemlich übel ist es, wenn dein Partner von deinem Umfeld madig gemacht wird. Wenn die Menschen, mit denen du gerne deine Freizeit verbringst, schlecht über deinen Partner sprechen. An der Stelle ist natürlich die Überlegung angebracht: Sind es die richtigen Freunde oder ist es der richtige Partner? Fakt ist, eine gute Freundin lästert nicht, sie redet Klartext mit dir. Lästern hinterlässt immer einen üblen Nachgeschmack und setzt sich negativ in den Tiefen deines Bewusstseins fest. Im schlimmsten Falle überträgst du Gesagtes unbewusst auf deinen Partner.

Bei den Verwandten wird es noch schwieriger. Freunde können wir uns aussuchen, Verwandte nicht.

ABER: Wie wir damit umgehen, ist unsere Entscheidung!

Unerfüllte Sexualität

Habt ihr darüber gesprochen, was euch am anderen fehlt oder stört? Oder schweigt ihr das Thema tot? Sexualität ist ein wichtiger Teil in einer Beziehung. Sie stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl auf allen Ebenen.

Deine Persönlichkeit hat sich in eine andere Richtung weiter entwickelt

Ihr kennt euch schon einige Jahre. Dein Partner ist immer noch so wie damals, als du ihn kennengelernt hast. Hat sich kein bisschen verändert.

Du warst in der Zeit auf vielen Lehrgängen, hast dich intensiv mit dir selbst beschäftigt und dich viel belesen. Eines Tages stellst du fest, dass du nicht mehr die Gleiche bist, die du damals warst. Ihr habt unterschiedliche Wege eingeschlagen.

Wollte dein Partner nicht mitgehen? Hast du ihm dazu überhaupt die Chance geboten? Was war es gleich nochmal, warum du dich damals in ihn verliebt hast? Ist das noch da?

Wir können uns weiterentwickeln und trotzdem weiter miteinander harmonieren. Manchmal bedeutet eine solche Entwicklung jedoch auch eine starke Entfremdung.

Die gegenseitige Wertschätzung / der Respekt sind auf der Strecke geblieben

Da wird es meistens haarig. Wenn Wertschätzung und Respekt sich aus dem Staub gemacht haben, bleiben meist verletzende und gemeine Verhaltensweisen und Worte an Ort und Stelle.

Statt „Schatz, du hast dich aber toll zurecht gemacht“
kommt dann ganz schnell
„Na, wieder in den Farbeimer gefallen?“

Hat sich ein solcher Umgangston eingeschlichen, ist das Alarmstufe Rot. Hier besteht dringender Handlungsbedarf zwischen euch.

Ausnahme ist, wenn dies euer üblicher Ton beim Necken ist. Den Unterschied wirst du jedoch leicht selbst kennen.

Zu mangelnder Wertschätzung zählen auch:

  • Du freust dich nicht mehr auf den Partner
  • Du bist schnell genervt und machst dich hübsch: aber nicht für ihn
  • Du planst deine Freizeit alleine

Wie erkenne ich, ob sich der Kampf doch noch lohnt?

Suche das Gespräch mit ihm auf Augenhöhe.

  • Seid ihr beide noch bereit, dem anderen zuzuhören?
  • Erinnert ihr euch gerne an gemeinsame, schöne Momente?
  • Wollt ihr euch beide bemühen, in eure Beziehung zu investieren?
  • Könnt ihr noch zusammen lachen?
  • Ist noch ein gewisses Maß an körperlicher Anziehung vorhanden?

Dann habt ihr eine sehr gute Chance, die Weichen für eure Beziehung nochmal neu zu stellen. Bewusste Beziehungsarbeit auf beiden Seiten führt recht häufig zum Erfolg. Dies setzt bei Beiden voraus, dass sie sich auch wirklich einbringen möchten. Kommen diese Bemühungen stets nur von einer Seite, ist das keine Beziehungsarbeit, sondern ein sinnloses Unterfangen.

Sucht immer wieder das Gespräch. Redet über eure Wünsche, eure Sorgen und auch über die Nöte miteinander. Kommunikation ist das Zauberwort. Sowohl die verbale, als auch die non-verbale.

Was ist non-verbale Kommunikation?

  • Augen verdrehen, wenn er etwas sagt = „Genervt sein“
  • Abweisung/Wegdrehen, wenn er dich in den Arm nehmen möchte = „Ich will deine Nähe nicht“
  • Am Handy spielen während er etwas erzählt = „Das interessiert mich nicht“
  • Schultern zucken = „Nicht mein Problem“

Wichtig ist auch die körperliche Nähe. Angefangen von Kuscheleinheiten bis hin zum intimen Austausch ohne Zwang. Wenn ihr hier Probleme habt, gibt es viele Möglichkeiten, diese zu beheben oder zu umgehen. Auch hier gilt erneut: REDET darüber. Mit Aufmerksamkeit und viel Einfühlungsvermögen. Es ist ein hochsensibles Thema mit enormem Potential, den anderen tief zu verletzen. Daher ist es wichtig, euch hier mit erhöhter Aufmerksamkeit und im respektvollen Umgang zu begegnen. Falls ihr zu zweit nicht weiter kommt, hilft euch eventuell auch ein Sexualtherapeut. Dazu müsst ihr eure Scham überwinden. Führt euch vor Augen, dass dieser Mensch sich zum Stillschweigen verpflichtet hat.

Auch wenn ich immer wieder auf die Kommunikation hinweise und wie wichtig diese ist. Man kann Dinge natürlich auch gründlich Zerreden. Dem anderen mit dem ewig gleichen Thema total auf die Nerven gehen.

In dem Wort „Beziehungsarbeit“ steckt nicht umsonst das Wort „Arbeit“. Wir Menschen sind so einzigartig und individuell wie die Sandkörner am Strand. Keins gleicht dem anderen. Trotzdem bilden sie eine Einheit, weil sie sich miteinander arrangieren. Genau dies macht auch eine gute Beziehung aus. Arrangiert euch miteinander. OHNE euch zu verbiegen. Egal, wie lange eine Beziehung anhält, es wird immer wieder Situationen geben, wo ihr ein erneutes Arrangement werdet treffen müssen.

Ist mindestens einer von euch dazu nicht bereit oder nicht fähig, hat eure Beziehung kaum eine Chance auf Besserung. Da bleibt nur noch die Überlegung: tu ich mir das die nächsten Jahrzehnte an? Oder beende ich das Trauerspiel?

Ich bin immer der Meinung: Lieber ein Ende in Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende. Denn es liegt in deiner Hand, wie du deine Zukunft mit einem potentiellen anderen Partner gestaltest. Da sollte dich weniger die Zukunftsangst, als besser die Neugier antreiben.

Grundsätzlich bin ich immer dafür erst zu schauen, ob man der Beziehung mit neuem Schwung wieder auf die Sprünge helfen kann. Besser, als direkt die Flinte ins Korn zu werfen und Komplikationen auszuweichen. Ist der Wille da, wird sich ein Weg finden. Fehlt bei wenigstens einem der Wille, ist ein Fortbestehen der Beziehung reine Zeitverschwendung. Und baut immer mehr Frust oder Resignation auf. Das sollte sich niemand auf Dauer antun.

Es ist doch viel schöner, dieses Leben zu genießen. Fang jetzt damit an .

Blog Ende

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