oder
Was hat mein Mann mit meinem Lieblingsbuch zu tun?

Stellst du dir die Frage: Welcher Partner passt zu mir?

Es war im März 2004. Kurz vor meinem 37. Geburtstag.

Ich war von den Männern unfassbar desillusioniert.

5 gescheiterte Beziehung. Die letzte davon eine 5-jährige Ehe, die ich am liebsten schon wenige Wochen nach der Hochzeit in die Tonne gekickt hätte.

Diverser Liebeskummer seit ich 13 war.

Einige Kerle, bei denen ich rechtzeitig die Notbremse gezogen habe. Die einen suchten eine Ersatzmutter – pfui Deibel. Die anderen hielten mich für stark genug, ihre dubiosen Ego-Spielchen auszuhalten.

Was war bisher falsch gelaufen?

Ich wurde nicht als der Mensch angesehen, der ich in meinem Inneren war. Anders ausgedrückt: ich war nicht authentisch.
Und das Schlimmste daran war: Mir war das absolut nicht bewusst!

Geht es dir auch öfter so?

Du bist stets von Menschen umgeben, mit denen der Umgang oft mühsam ist. Die nur bedingt zu dir passen. Und was machst du dann? Klar: du verbiegst dich.

Du möchtest doch einfach geliebt werden.

Du möchtest den Menschen, die dir wichtig sind, gefallen.

Und dafür gibst du einen Teil von dir selbst auf, denn anders funktioniert das mit dem harmonischen Miteinander nun mal nicht. Nicht wahr?

Warum fällt es uns so schwer, authentisch zu sein?

Weil wir von klein auf dazu erzogen wurden, unserem Umfeld zu gefallen.

Versteh mich bitte nicht falsch: Dies ist kein Angriff auf die Erziehung. Im Gegenteil.
Es geht um die Art, wie wir erzogen werden. Dies wird unser Leben lang unser „Da sein“ bestimmen. Zumindest so lang, bis wir erkennen, was mit uns nicht stimmt. Richtig formuliert? Nein. So lang, bis wir erkennen, an welchem Punkt wir uns verbogen und angepasst haben – statt wir selbst zu sein.

Das war nun ein recht kryptischer Absatz, darum will ich anders formulieren:

Ein klassischer Erziehungsansatz, vor allem bei uns Mädchen ist: die Frau kümmert sich um den Haushalt, die Kinder, die Mahlzeiten.

Mädels, dass stammt noch aus der Zeit der Neandertaler. Damals waren die Männer beim Kampf mit dem Mammut kräftemäßig meist klar im Vorteil. Also haben sie „gearbeitet“ und die Frauen daraus dann Nahrungsmittel, Gegenstände und Kleidung hergestellt. (Ja, dies war auch Arbeit) Das ist ja nun schon eine Weile her.

Doch daraus ist ein Weltbild entstanden: Wer versorgt hat die Macht.
Und das zieht sich durch die Jahrtausende wie der berühmte rote Faden. Im Mittelalter war die Angst vor Frauen mit Einfluss = Macht sogar so groß, dass sie in Massen vernichtet wurden.

Das Resultat war und ist:

  • Ordne dich unter
  • Passe dich an
  • Nimm dich/dein Ego zurück
  • Erfülle deine Aufgaben

Oder anders ausgedrückt: unterdrücke deinen Selbstwert!

Die Zeiten, wo eine große Familie – aufgrund von Entbehrungen – für das Überleben eine Notwendigkeit war, sind vorbei. Mit der Zunahme der Industrialisierung und dem Rückgang der Geburten wurden die Frauen mehr und mehr dazu gedrängt, ebenfalls zum (Mit-) Versorger zu werden. In der Zeit, in der wir leben, verdienen viele Männer gar nicht mehr genug, um ihre kleine Familie ausreichend zu versorgen. Die Frau muss mit verdienen. Diesen Schritt hat die Gesellschaft gut hinbekommen.

Der dazugehörige geistige Schritt: ja der wurde doch glatt vergessen.

Welchen Schritt ich meine? Die Frauen als gleichwertig einzuschätzen.

Oh nein, ich bin keine Frauenrechtlerin im Sinne einer dogmatischen „Frauen an die Macht“ Bewegung. Ich bin für einen Umgang miteinander auf Augenhöhe.

Was spricht dagegen, dass ein Junge Nähen und Kochen lernt? Was spricht dagegen, dass ein Mädchen lernt mit der Bohrmaschine umzugehen?

NICHTS!

Wie war deine Erziehung so?

  • Haben deine Eltern dir typische Mädchenarbeiten beigebracht?
  • Haben deine Eltern dir typische Jungenarbeiten beigebracht?
  • Wurdest du in der Schule von den Lehrern genauso behandelt wie das andere Geschlecht?
  • Und wie war das bei der Ausbildungs- und Jobsuche? Hattest du die gleichen Chancen?
  • Verdienst du am Arbeitsplatz bei gleicher Arbeit ebenso viel, wie dein andersgeschlechtlicher Kollege?

Erziehung beginnt meist bei den Eltern, endet aber nicht mit ihnen. Auch die Gesellschaft erzieht an uns herum. Im Kindergarten, der Schule, der Ausbildung, dem Job. Wir werden permanent mit gesellschaftlichen Regelungen in die jeweils gewünschte Richtung manipuliert.

Was hat das mit deiner Partnerschaft zu tun?

Die Antwort ist: verdammt viel

Ein Beispiel:

Doris ist für ihre lustige und forsche Art bekannt. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und sprüht vor Witz und guter Laune. Sie ist sehr präsent, bleibt den Menschen im Gedächtnis.

Doris hat gelernt, dass sie, wenn sie ruhig ist, nicht wahr genommen wird. Sie schaut nicht aus wie ein Modell. Ihr Äußeres ist normaler Durchschnitt. Sie wünscht sich jedoch Aufmerksamkeit. Und diese erhält sie durch ihr auffallendes Verhalten.

Was niemand weiß ist:
Für Doris gibt es nichts Schöneres, als in trauter Zweisamkeit auf der Couch zu kuscheln, und sich über Gott und die Welt zu unterhalten.

Doch das spiegelt sich nicht in ihrer Wirkung nach draußen.

Welchen Typ Mann zieht Doris mit ihrem Verhalten an?

  • Männer mit geringem Selbstbewusstsein: der Mama-Typ
  • Männer mit ausgeprägtem Ego: wollen keine weiche Frau

Keiner dieser Männertypen passt zu ihrem inneren Ich. Was Doris gerne hätte, ist ein Alpha-Softie mit Macho-Allüren. Das ist ein Mann, der sich genauso gerne mit ihr auf die Couch kuschelt, als auch ihr Verhalten nach außen sehr gut mithalten kann. Ein Mann, der sich mit ihr auf Augenhöhe befindet. Der mit beiden Füßen im Leben steht: und auch mal schwach sein kann.

Solange Doris jedoch ihre andere Seite verbirgt, weil sie es so gelernt hat, wird sie dieses passende Gegenstück kaum finden. Mädchen haben gelernt, ihre Bedürfnisse hinten anzustellen. Sie haben gelernt: bist du weich wirst du ausgenutzt.

Wie kann ich authentischer wirken?

Finde zuerst für dich heraus:

Schritt 1:        Wer bin ich?

Schritt 2:        Was will ich wirklich?

Schritt 3:        Was geht für mich auf gar keinen Fall?

Schritt 4:        Setze in dein Leben um, was du bisher nicht gezeigt/gelebt hast!

 

Auf psychologischer Ebene ist dies ein weiterer Schritt deiner Persönlichkeitsentwicklung.

Auf energetischer Ebene änderst du dein Energiefeld. Und genau diese Änderung ist es, die auch dein Umfeld wahrnehmen wird. Du wirst als veränderter Mensch wahrgenommen werden. Dies kann und wird vor allem 2 Umbrüche zur Folge haben:

  1. Du ziehst Menschen in dein Leben, die besser mit dir harmonieren.
  2. Es verabschieden sich Menschen aus deinem Leben, die nicht sonderlich gut harmoniert haben.

ACHTUNG – Lies auch das Kleingedruckte!

Wir reden hier von einem möglicherweise umfassenden Umbruch. Punkt 1 ist ja toll und super. Wenn da nicht Punkt 2 wäre.

Änderst du dein Verhalten und wirst authentischer: können und werden sich Menschen verabschieden, die du bisher mochtest!

Sei dir dessen bitte bewusst. Dies sind Menschen, die dein bisheriges Ich kennengelernt hatten. Die es gewohnt waren, dass du dich angepasst hast. Das du dich verbogen hast, um zu harmonieren, zu funktionieren. Tust du dies plötzlich nicht mehr, werden sich einige abwenden. Das ist normal! Und sogar notwendig, wenn du wirklich dein eigenes Ich endlich zeigen möchtest.

Was hat das alles mit dem Beginn dieses Artikels zu tun?

Dazu meine Geschichte:

Ich habe dir erzählt, dass ich mit meinen Beziehungen immer wieder auf die Nase gefallen bin. Mehrfach war ich einige Jahre am Stück Single. So auch 2004. Da war ich bereits über 3 Jahre Single.

1996 habe ich mir ein Buch gekauft, dass mich und mein Leben nachhaltig verändern sollte. Die männliche Hauptfigur darin hat mich fasziniert. So sehr, dass ich den ersten Band dieser Saga alle 1-2 Jahre erneut gelesen habe. Es hat lange gedauert, dass gebe ich zu. Doch mit der Zeit wurde mir immer klarer, dass mein Partner so ähnlich sein müsste. Ein Mann, der Liebe und Wärme im Überfluss geben kann. Der dennoch mit beiden Beinen auf dem Boden steht. Der genug Rückgrat hat, sich mit seiner Meinung und seinen Ansichten unbeliebt zu machen. Weil er WERTE hat, zu denen er steht. Die ihm wichtig sind.

Diesen Wunsch habe ich unbewusst mehr und mehr verinnerlicht. Ich war schon immer ein sehr ehrlicher Mensch. Lügen sind mir zuwider. Ich begann, deutlicher für mich einzustehen. Im Job. Bei meinen Freunden.

Dann bin ich „ihm“ begegnet. Am 16. März 2004 fuhr ich auf den Parkplatz, wo wir uns verabredet hatten. Eigentlich, um ein gemeinsames Hobby auszutesten. Doch in dem Moment, als ich ihn sah, wusste ich: das ist er. Das ist der, den ich mir gewünscht hatte.

Mein 2. Gedanke war: Och neeee. Der passte so gar nicht in mein bisheriges Beuteschema. Aber der erste Gedanke blieb. Und bis heute weiß ich, dass er mein passender Partner ist. Passender geht gar nicht. Die Frage, welcher Partner passt zu mir, hatte sich in diesem Moment für mich erledigt.

Was habe ich geändert?

  • Nicht alles nehmen, was sich bietet.
  • Eine klare Vorstellung haben, wie (Charakter) der Partner sein soll.
  • Den Charakter vor die Optik stellen.

Ich habe vor allem meine Einstellung geändert. Ich wusste, was ich wollte und habe mich auf keinen Kompromiss mehr eingelassen.

Du brauchst nicht verzagen. Auch, wenn dies bei mir ein enorm langer Prozess war, muss das bei dir keine 8 Jahre dauern. Ich hatte mich damals nie bewusst mit dem Thema auseinander gesetzt. Da du diesen Artikel bis hierher gelesen hast, bist du deutlich weiter als ich in den 8 Jahren je war.

Meine Empfehlung an dich

Bleibe dir selbst treu!

  • Damit förderst du deinen Selbstwert.
  • Du zeigst deine wahre Persönlichkeit.
  • Du wirst für den Menschen geschätzt, der du bist.
  • Du findest die Menschen, auch den Partner, die zu dir passen

 

Sei stolz auf dich!

 

Du bist in einer Beziehung, in der es häufig rappelt? Hier bekommst du Tipps, wie du ständigen Streit vermeiden kannst.